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Website-Wartung: Was dazugehört und was sie kostet

Was Website-Wartung wirklich umfasst, was sie realistisch kostet, was ohne sie passiert — und woran Sie erkennen, ob Ihre Backups im Ernstfall auch wirklich funktionieren.

Nikola ·

Was gehört zur Website-Wartung und was kostet sie?

Website-Wartung umfasst Updates von System und Erweiterungen, Sicherheitsprüfungen, getestete Backups, Erreichbarkeitskontrolle, die Verlängerung des SSL-Zertifikats und die inhaltliche Pflege. Für eine typische Handwerker-Website sind das einige Stunden im Jahr, meist im Bereich weniger hundert Euro. Ohne Website-Wartung drohen eine gehackte Seite, Datenverlust und tagelange Nichterreichbarkeit — oft unbemerkt, bis ein Kunde anruft.

Damit ist die Kernfrage beantwortet. Die interessantere ist: Woran erkennen Sie, ob Sie gerade echte Wartung bezahlen oder nur eine Rechnungsposition mit diesem Namen?

Warum eine Website nicht fertig ist, wenn sie online geht

Sie kennen das Prinzip aus Ihrem eigenen Gewerk. Eine Heizungsanlage ist nach der Inbetriebnahme nicht für immer erledigt. Sie läuft weiter, aber sie läuft schlechter, wenn niemand hinschaut. Bei einer Website ist es ähnlich, mit einem Unterschied: Der Verschleiß kommt nicht von innen, sondern von außen.

Das System hinter Ihrer Seite bekommt Updates, weil Sicherheitslücken gefunden werden. Zertifikate laufen ab. Erweiterungen werden vom Hersteller nicht mehr gepflegt. Nichts davon merken Sie am Tag danach. Sie merken es nach zwei Jahren — auf einmal.

Was passiert, wenn die Website-Wartung ausbleibt?

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks weist darauf hin, dass mit zunehmender Digitalisierung das Risiko von Cyberangriffen für Betriebe steigt und auch das Handwerk davon betroffen ist. Für Websites gilt das in einer besonders unangenehmen Form: Angegriffen wird selten gezielt, sondern automatisiert.

Programme durchsuchen das Netz nach Seiten mit bekannten, ungepatchten Lücken. Ob dahinter ein Konzern steht oder ein Malerbetrieb mit sechs Mitarbeitern, spielt keine Rolle. Interessant ist nur die Lücke.

Die typischen Folgen, in der Reihenfolge, in der sie im Alltag auffallen:

  • Die Seite ist plötzlich weg oder zeigt fremde Inhalte. Oft Werbeseiten, die für den Angreifer Geld verdienen.
  • Google markiert die Seite als unsicher. Besucher sehen eine rote Warnung, bevor sie überhaupt auf Ihrer Startseite landen.
  • Das Kontaktformular verschickt Spam über Ihre Domain. Ihre E-Mails landen danach bei Kunden im Spam-Ordner.
  • Rankings brechen ein. Eine Seite, die tagelang nicht erreichbar ist, verliert Positionen — und die kommen nicht automatisch zurück.
  • Kundendaten sind betroffen. Wenn über Ihr Formular Namen, Telefonnummern oder Adressen eingegangen sind, ist das ein Datenschutzvorfall.

Der letzte Punkt hat eine konkrete Frist. Werden bei einem Vorfall personenbezogene Daten offengelegt, ist er nach Art. 33 DSGVO der Aufsichtsbehörde zu melden — nach Darstellung der Bundesbeauftragten für den Datenschutz „unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden, nachdem die Verletzung ihm bekannt wurde". Diese Uhr läuft ab dem Moment, in dem Sie es wissen. Nicht ab dem Moment, in dem Sie es reparieren.

Was gehört konkret zur Website-Wartung?

Wenn Ihnen jemand Wartung anbietet, sollten sich diese sechs Punkte im Angebot wiederfinden. Fehlt einer, fragen Sie nach.

Updates von System und Erweiterungen

Das Content-Management-System und jede Erweiterung bekommen regelmäßig Aktualisierungen. Sicherheitsupdates gehören zeitnah eingespielt, funktionale Updates geprüft. Wichtig ist, was danach passiert: Ein Update kann eine Seite zerschießen. Wer einspielt und nicht nachsieht, hat nur die Hälfte gemacht.

Erweiterungen aussortieren

Jede installierte Erweiterung ist eine zusätzliche Tür. Ein Slider, den niemand mehr braucht, ein Formular-Plugin aus dem ersten Entwurf: Das sind die typischen Einstiegspunkte. Zur Wartung gehört, was rausfliegt, nicht nur was aktualisiert wird.

Zugänge und Passwörter

Wie viele Personen haben einen Administratorzugang zu Ihrer Seite? Die ehrliche Antwort lautet bei den meisten Betrieben: mehr als nötig. Der frühere Praktikant, die Agentur von vor drei Jahren, ein Testkonto. Zugänge von Personen, die nicht mehr dabei sind, gehören gelöscht.

Backups, die auch zurückkommen

Der Punkt mit dem größten Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Dazu gleich ein eigener Abschnitt.

Erreichbarkeit und SSL-Zertifikat

Eine automatische Prüfung meldet, wenn die Seite nicht antwortet — idealerweise bevor ein Kunde es tut. Dazu die Verlängerung des SSL-Zertifikats. Läuft es ab, zeigen Browser eine ganzseitige Warnung, und die meisten Besucher gehen an dieser Stelle zurück.

Das ist auch rechtlich relevant. Nach § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes müssen die Pflichtangaben im Impressum „leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar" sein und „ständig verfügbar" gehalten werden. Eine Seite, die tagelang offline ist oder mit veralteten Angaben läuft, erfüllt das nicht.

Inhaltliche Pflege

Der Teil, den Technik allein nicht löst: neue Referenzobjekte, geänderte Öffnungszeiten, ausgeschiedene Mitarbeiter auf der Team-Seite, eine Leistung, die Sie gar nicht mehr anbieten. Wer Ihre Seite besucht und dort einen Ansprechpartner findet, der seit zwei Jahren woanders arbeitet, zieht seine Schlüsse über den Rest des Betriebs.

Backups: Warum „wir haben Backups" nichts beweist

Hier trennt sich echte Wartung von behaupteter, und deshalb steht dieser Punkt hier einzeln.

Fast jeder Hoster wirbt mit automatischen Sicherungen. Das ist auch meistens wahr. Trotzdem stehen Betriebe regelmäßig vor einer kaputten Seite und stellen fest, dass die Sicherung nicht hilft. Die Gründe wiederholen sich:

  • Gesichert wurden die Dateien, aber nicht die Datenbank — oder umgekehrt. Ohne beides ist die Seite nicht wiederherstellbar.
  • Die Sicherung ist sieben Tage alt, der Schadcode aber seit drei Wochen drin. Zurückgespielt wird eine bereits infizierte Fassung.
  • Die Sicherung liegt auf demselben Server wie die Website. Ist der Server das Problem, ist die Sicherung mit betroffen.
  • Es hat nie jemand ausprobiert. Das Zurückspielen scheitert an einer Kleinigkeit — einer Version, einem Zugang, einer Dateigröße —, und genau in diesem Moment fehlt die Zeit, das zu klären.

Der Unterschied lässt sich in einem Satz prüfen. Fragen Sie den Menschen, der Ihre Seite betreut: Wann wurde das Zurückspielen zuletzt tatsächlich getestet, und wie lange hat es gedauert? Eine Antwort mit Datum und Dauer bedeutet echte Wartung. Eine Antwort wie „Backups laufen automatisch" beantwortet die Frage nicht.

Aus der Praxis: Der Test dauert selten länger als eine halbe Stunde, wenn man ihn auf einer Testumgebung macht. Er ist der billigste Teil der ganzen Website-Wartung und der einzige, der im Ernstfall über einen Tag oder eine Woche Ausfall entscheidet.

Was kostet Website-Wartung im Jahr?

Eine seriöse Zahl gibt es nur als Spanne, weil der Aufwand vom Umfang abhängt. Für eine typische Handwerker-Website mit fünf bis zehn Seiten, Kontaktformular und ohne Shop bewegt sich der Aufwand bei zwei bis sechs Stunden im Jahr. Rechnen Sie das mit einem üblichen Stundensatz für IT-Dienstleistungen hoch, landen Sie bei einem niedrigen bis mittleren dreistelligen Betrag pro Jahr. Das ist eine Rechnung, keine Marktstatistik — prüfen Sie sie am konkreten Angebot nach.

Was den Preis nach oben schiebt:

  • Sie brauchen mehr Wartung, wenn: die Seite viele Erweiterungen nutzt, ein Shop oder ein Buchungssystem läuft, mehrere Personen Inhalte pflegen, Bewerbungs- oder Kontaktformulare personenbezogene Daten entgegennehmen, oder die Seite älter als vier Jahre ist.
  • Sie brauchen weniger Wartung, wenn: die Seite wenige Unterseiten hat, technisch schlank gebaut ist, keine Zahlungs- oder Loginfunktionen enthält, und die Inhalte sich selten ändern.

Zwei Dinge sollten im Angebot getrennt ausgewiesen sein: die technische Betreuung und die inhaltliche Pflege. Das erste ist planbar, das zweite hängt davon ab, wie oft Sie etwas ändern lassen. Wenn beides in einer Pauschale verschwindet, wissen Sie hinterher nicht, wofür Sie zahlen.

Nicht zu verwechseln ist die laufende Website-Wartung mit der einmaligen Erstellung. Was der Aufbau kostet, steht im Beitrag zu den Kosten einer Website; die Festpreis-Pakete beziehen sich ausschließlich auf die Erstellung.

Wartungsvertrag oder auf Zuruf?

Beides ist legitim. Die Entscheidung hängt weniger vom Budget ab als davon, wer im Ernstfall reagiert.

Ein Wartungsvertrag lohnt sich, wenn:

  • über die Website Anfragen hereinkommen, die Umsatz bedeuten
  • niemand im Betrieb Lust oder Zeit hat, monatlich nachzusehen
  • Sie im Störungsfall eine feste Reaktionszeit brauchen
  • die Seite personenbezogene Daten verarbeitet

Auf Zuruf reicht, wenn:

  • die Seite eine reine Visitenkarte ohne Formular ist
  • jemand im Betrieb die Updates zuverlässig selbst einspielt
  • ein Ausfall von zwei Tagen für Sie verschmerzbar wäre

Wichtig beim Modell „auf Zuruf": Klären Sie vorher, wer erreichbar ist und was ein Notfalleinsatz kostet. Das nach dem Vorfall zu verhandeln ist die teuerste Variante.

Was können Sie selbst übernehmen?

Mehr, als die meisten Anbieter zugeben. Diese Aufgaben brauchen kein Fachwissen, nur einen festen Termin im Kalender:

  1. Inhalte prüfen, zweimal im Jahr. Öffnungszeiten, Telefonnummern, Ansprechpartner, Leistungen. Zwanzig Minuten mit einem Ausdruck der Seite und einem Stift.
  2. Neue Referenzen liefern. Vier Fotos von einer fertigen Baustelle und drei Sätze dazu. Das ist die wertvollste Pflege überhaupt und niemand kann sie besser als Sie.
  3. Die eigene Seite auf dem Handy aufrufen. Einmal im Monat, nicht am Bürorechner. Formular ausfüllen und abschicken. Kommt die E-Mail an? Diese eine Prüfung findet mehr Fehler als jedes Monitoring.
  4. Zugänge aufräumen. Wer nicht mehr im Betrieb ist, braucht keinen Administratorzugang.
  5. Google-Eintrag pflegen. Das läuft neben der Website und ist schnell erledigt — wie, steht im Beitrag zum Google-Unternehmensprofil.

Wer die Seite ohnehin selbst gebaut hat, kann auch die Updates selbst einspielen — die Vorgehensweise dazu ist im Beitrag eigene Website erstellen beschrieben. Die Grenze verläuft dort, wo nach einem Update etwas nicht mehr funktioniert. Ab da geht Zeit verloren, die teurer ist als die Betreuung.

Wenn Wartung nicht mehr reicht

Es gibt einen Punkt, an dem Pflege das falsche Werkzeug ist. Wenn das System nicht mehr vom Hersteller unterstützt wird, die Seite auf dem Handy nicht bedienbar ist oder das Design so alt wirkt, dass Besucher am Betrieb zweifeln, dann reparieren Sie ein Fundament mit Farbe. In diesem Fall ist ein Website-Relaunch die ehrlichere Antwort — dort steht auch, wann sich das Geld nicht lohnt.

Zur laufenden Pflege gehören außerdem zwei rechtliche Themen, die regelmäßig geprüft werden sollten: die Einbindungen, für die Sie eine Einwilligung brauchen, im Beitrag zur Cookie-Banner-Pflicht, und die Frage, ob Ihre Seite unter die Barrierefreiheitspflicht fällt. Und wenn Sie Inhalte pflegen, tun Sie es so, dass sie auch gefunden werden — Grundlagen dazu im Beitrag SEO für Handwerker.

Kurz zur Einordnung, wer hier schreibt: ASR Webdesign ist Nikola, Webdesigner aus Wuppertal. Ich baue Websites für Handwerksbetriebe zum Festpreis zwischen 1.490 € und 3.990 € netto, in der Regel 14 Tage bis online, sobald die Inhalte freigegeben sind. Mehr dazu auf der Seite über mich.

Wenn Sie wissen wollen, in welchem Zustand Ihre Seite gerade ist — Erreichbarkeit, Zertifikat, Ladezeit, Aktualität —, schicken Sie mir die Adresse über den kostenlosen Website-Check. Sie bekommen eine Einschätzung, keine Verkaufspräsentation.

Häufige Fragen

Wie oft muss eine Website gewartet werden?

Sicherheitsupdates gehören zeitnah eingespielt, in der Praxis also monatlich geprüft. Eine vollständige Durchsicht mit Backup-Test, Zugangskontrolle und Inhaltsprüfung reicht bei einer typischen Handwerker-Website zwei- bis viermal im Jahr. Wichtiger als die Frequenz ist, dass es überhaupt einen festen Termin gibt statt „wenn etwas auffällt".

Was kostet Website-Wartung für einen Handwerksbetrieb?

Der Aufwand für eine Seite mit fünf bis zehn Unterseiten und Kontaktformular liegt bei etwa zwei bis sechs Stunden im Jahr. Zu einem üblichen Stundensatz für IT-Dienstleistungen ergibt das einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Betrag pro Jahr. Lassen Sie sich technische Betreuung und inhaltliche Pflege im Angebot getrennt ausweisen.

Ist Website-Wartung gesetzlich vorgeschrieben?

Es gibt keine Vorschrift mit dem Wort „Wartung". Es gibt aber Pflichten, die ohne Pflege nicht einzuhalten sind: Nach § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes müssen die Impressumsangaben ständig verfügbar sein, und ein Vorfall mit personenbezogenen Daten ist nach Art. 33 DSGVO binnen 72 Stunden zu melden. Wartung ist der Weg, beides einzuhalten.

Woran erkenne ich, ob meine Backups wirklich funktionieren?

Nur an einem tatsächlich durchgeführten Test. Fragen Sie Ihren Betreuer, wann das Zurückspielen zuletzt ausprobiert wurde und wie lange es gedauert hat. Ein Backup ist erst dann eines, wenn Dateien und Datenbank gemeinsam gesichert werden, die Kopie außerhalb des Webservers liegt und die Wiederherstellung mindestens einmal geklappt hat.

Kann ich die Wartung meiner Website selbst machen?

Teilweise ja. Inhalte aktualisieren, Referenzen ergänzen, Zugänge aufräumen und die Seite monatlich am Handy testen können Sie ohne Fachwissen erledigen. Updates selbst einzuspielen ist machbar, wenn Sie die Seite kennen — kritisch wird es erst, wenn nach einem Update etwas nicht mehr funktioniert und niemand die Ursache findet.

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