
Website-Texte schreiben: womit fangen Sie an?
Schreiben Sie zuerst in eigenen Worten auf, was Sie machen, für wen und in welchem Umkreis. Daraus wird pro Leistung eine eigene Seite. Jede Seite beginnt mit dem Nutzen für den Kunden, nicht mit Ihrer Firmengeschichte. Streichen Sie am Ende jeden Satz, der genauso auf der Seite Ihres Wettbewerbers stehen könnte.
Damit ist die Kernfrage beantwortet. Der Rest dieses Beitrags zeigt an konkreten Sätzen, wie aus einer Broschüren-Formulierung ein Satz wird, der einen Anruf auslöst.
Ein Blick auf die Größenordnung: Beim Zentralverband des Deutschen Handwerks sind 1.038.126 Betriebe in den Handwerksrollen und im Verzeichnis des handwerksähnlichen Gewerbes eingetragen (Stand 2025). Ihr Interessent vergleicht davon nicht eine Million, sondern zwei oder drei — die, die er bei Google findet. Das Design entscheidet, ob er auf der Seite bleibt. Der Text entscheidet, ob er anruft.
Warum Ihr Betrieb die Rohfassung liefern muss
Es gibt einen Punkt, an dem fast jedes Website-Projekt hängen bleibt: die Texte. Die Technik steht, das Layout gefällt, und dann wartet der Dienstleister sechs Wochen auf Inhalte.
Der Grund dafür ist keine Faulheit, sondern ein Missverständnis. Viele Betriebe erwarten, dass der Webdesigner die Texte schreibt. Das geht — aber nicht aus dem Nichts. Wer seine Website-Texte schreiben lässt, muss trotzdem liefern: welche Leistungen Sie tatsächlich anbieten und welche nicht mehr, in welchen Orten Sie arbeiten, welche drei Fragen jeder Kunde am Telefon stellt, was ein typischer Auftrag kostet und wie lange er dauert, was Sie von den Betrieben im Nachbarort unterscheidet.
Diese Angaben kann niemand recherchieren. Ein Dienstleister kann sie ordnen, kürzen, für die Suche aufbereiten und in eine Struktur bringen. Erfinden darf er sie nicht — und wenn er es tut, merkt es Ihr Kunde spätestens beim ersten Termin.
Die Startseite: Wer sind Sie, was machen Sie, für wen, wo?
Diese vier Angaben gehören in die ersten drei Zeilen, ohne Scrollen, ohne Umweg. Der Besucher kommt oft von Google und weiß in dem Moment noch nicht, ob er richtig ist. Er entscheidet das in wenigen Sekunden.
Vorher: „Wir sind Ihr zuverlässiger Partner rund um Sanitär, Heizung und Klima. Qualität und Kundenzufriedenheit stehen bei uns an erster Stelle.“
Nachher: „Sanitärbetrieb aus Remscheid, sieben Mitarbeiter. Wir tauschen Heizungen, sanieren Bäder und kommen bei einem Rohrbruch am selben Tag — im Umkreis von rund 25 Kilometern.“
Der erste Satz könnte über jedem SHK-Betrieb in Deutschland stehen. Der zweite beantwortet alle vier Fragen und schließt gleichzeitig die Leute aus, die 80 Kilometer entfernt wohnen. Das ist kein Verlust, das ist Zeitersparnis für beide Seiten.
Wenn Sie an dieser Stelle merken, dass Sie den Satz für Ihren Betrieb gar nicht so einfach hinbekommen: Das ist normal, und es ist auch der Grund, warum die Grundsatzfrage vor dem Texten steht. Wie ein Website-Projekt insgesamt abläuft, steht im Beitrag zur eigenen Website.
Schreiben Sie, wie Sie am Küchentisch reden
Der zuverlässigste Test für einen Websitetext: Würden Sie diesen Satz so zu einem Kunden sagen, der Ihnen gegenübersitzt? Wenn nein, streichen Sie ihn.
Vorher: „Wir bieten die fachgerechte Ausführung von Dacheindeckungen in allen gängigen Materialien.“
Nachher: „Wenn Ihr Dach nach dem Sturm undicht ist, decken wir die Stelle noch am selben Tag ab. Den Kostenvoranschlag bekommen Sie, bevor der nächste Regen kommt.“
Beide Sätze beschreiben dasselbe Gewerk. Der erste beschreibt eine Tätigkeit, der zweite eine Situation, in der sich der Leser wiedererkennt. Genau das ist der Unterschied zwischen einer Leistungsliste und einem Nutzen.
Dasselbe gilt für den Schluss jeder Seite:
Vorher: „Zögern Sie nicht, uns bei Fragen jederzeit unverbindlich zu kontaktieren.“
Nachher: „Rufen Sie an oder schicken Sie eine WhatsApp mit einem Foto der Stelle. Wir melden uns am selben Werktag mit einem Terminvorschlag.“
Und für die Seite „Über uns“, die in neun von zehn Fällen aus einem einzigen leeren Satz besteht:
Vorher: „Seit über 30 Jahren steht unser Name für Qualität im Malerhandwerk.“
Nachher: „Den Betrieb hat mein Vater 1994 gegründet, seit 2018 führe ich ihn. Wir sind zu fünft, drei davon haben bei uns gelernt.“
Alle vier Nachher-Sätze haben eines gemeinsam: Sie enthalten eine Information, die ein anderer Betrieb nicht einfach abschreiben kann. Das ist das ganze Prinzip.
Pro Leistung eine eigene Seite, nicht eine Sammelseite
Eine Seite mit der Überschrift „Unsere Leistungen“ und zwölf Stichpunkten darunter hat zwei Nachteile. Sie beantwortet keine einzige Frage vollständig, und sie hat bei Google keine Chance gegen eine Seite, die sich nur um dieses eine Thema dreht.
Besser: eine Seite pro Leistung, die Sie ernsthaft verkaufen wollen. Für einen Elektrobetrieb sind das zum Beispiel Wallbox, E-Check, Photovoltaik und Zählerschrank — vier Seiten, nicht eine. Jede dieser Seiten beantwortet dieselben sechs Fragen: Für wen ist das? Was passiert genau, Schritt für Schritt? Wie lange dauert es? Was muss der Kunde vorbereiten? Womit muss er ungefähr rechnen? Wie geht es los?
Beim Website-Texte-Schreiben ist die Reihenfolge dabei wichtiger als die Länge. Zuerst die Antwort, dann die Erklärung. Ein Kunde, der wissen will, ob Sie Wallboxen montieren, soll das nicht im vierten Absatz finden.
Wie diese Seiten strukturiert sein müssen, damit sie auch gefunden werden, steht im Beitrag SEO für Handwerker.
Referenzen: die kurze Fallgeschichte schlägt die Bildergalerie
Eine Galerie mit 40 Fotos ohne Text ist ein Archiv, keine Referenz. Drei kurze Fallgeschichten wirken deutlich stärker, und sie sind schnell geschrieben. Jede besteht aus drei Teilen:
- Ausgangslage: „Einfamilienhaus aus den 70ern, Ölheizung, Bad seit dem Bau unverändert.“
- Was gemacht wurde: „Komplettsanierung des Bads inklusive bodengleicher Dusche, dabei die Leitungen erneuert. Vier Wochen Bauzeit.“
- Ergebnis: „Die Familie konnte während der Arbeiten im Haus bleiben, weil wir das Gäste-WC zuerst fertiggestellt haben.“
Der dritte Teil ist der wichtigste und wird fast immer weggelassen. Er beantwortet die Frage, die der nächste Kunde wirklich hat: Wie ist es, mit diesem Betrieb zu arbeiten?
Ortsbezug einbauen, ohne dass es albern klingt
Menschen suchen nach „Elektriker Wuppertal“, nicht nach „Elektriker“. Der Ort muss also im Text vorkommen. Was nicht funktioniert, ist die Aufzählung: „Elektriker Wuppertal, Elektriker Solingen, Elektriker Remscheid, Elektriker Velbert“ als Fußzeile auf jeder Seite. Das erkennt Google seit Jahren, und ein Kunde findet es befremdlich.
Was funktioniert, ist der Ort im Zusammenhang: „Unsere Monteure starten morgens in Wuppertal-Barmen. Im Stadtgebiet und in Schwelm sind wir meist innerhalb einer Stunde da, nach Hagen fahren wir für größere Aufträge.“ Das enthält dieselben Ortsnamen, liest sich aber wie eine Auskunft statt wie eine Liste — und beantwortet nebenbei die Frage nach dem Einzugsgebiet.
Preise auf der Website nennen oder nicht?
Ein pauschaler Preis ist bei den meisten Gewerken unmöglich, das weiß auch der Kunde. Trotzdem ist „Preis auf Anfrage“ die schwächste aller Antworten, weil sie den Interessenten zwingt, den ersten Schritt ohne jede Orientierung zu machen.
Nennen Sie einen Preis, wenn:
- Sie eine standardisierbare Leistung anbieten (E-Check, Heizungswartung, Kaminkehrerarbeiten),
- Sie regelmäßig Anfragen von Leuten bekommen, deren Budget nicht zu Ihnen passt,
- Sie sich bewusst im oberen Segment positionieren und das früh klarstellen wollen.
Verzichten Sie darauf, wenn:
- der Preis vollständig vom Aufmaß abhängt und jede Zahl in die Irre führen würde,
- Sie überwiegend über Ausschreibungen oder Bauträger arbeiten.
In beiden Fällen gilt: Sagen Sie stattdessen, wie der Preis zustande kommt und was der nächste Schritt ist. „Nach dem Vor-Ort-Termin bekommen Sie innerhalb von fünf Werktagen ein Festpreisangebot“ ist eine bessere Auskunft als jede Zahl. Wie ASR das handhabt, sehen Sie auf der Seite Preise.
Die Diktier-Methode: so entstehen die Texte in 90 Minuten
Vor einem leeren Dokument zu sitzen funktioniert bei fast niemandem. Reden funktioniert bei fast jedem. Deshalb der Weg, der bei Handwerksbetrieben tatsächlich zum Ziel führt:
- Nehmen Sie eine Seite nach der anderen vor, nicht die ganze Website.
- Öffnen Sie die Sprachaufnahme am Handy und erklären Sie die Leistung so, als säße ein Kunde vor Ihnen. Zwei bis drei Minuten reichen.
- Lassen Sie die Aufnahme abtippen — jedes Handy kann das inzwischen selbst.
- Streichen Sie alles, was Sie zweimal gesagt haben, und alles, was mit „eigentlich“ oder „im Prinzip“ anfängt.
- Ziehen Sie den wichtigsten Satz nach oben.
Ergebnis: pro Seite ein Rohtext von 200 bis 300 Wörtern, in echter Betriebssprache, in etwa zehn Minuten. Sechs Seiten schaffen Sie so an einem Abend. Wenn Sie mitten in einem Neuaufbau stecken, ist das der Punkt, an dem ein Website-Relaunch entweder ins Rollen kommt oder liegen bleibt.
Was KI-Textwerkzeuge beim Website-Texte schreiben taugen
Sie taugen als Werkzeug für den zweiten Schritt, nicht für den ersten. Ein KI-Werkzeug kann Ihren diktierten Rohtext kürzen, in Absätze gliedern, Rechtschreibfehler entfernen und aus einem Satzungetüm drei klare Sätze machen. Das spart echte Zeit.
Was regelmäßig schiefgeht: Wenn Sie ein KI-Werkzeug ohne Vorgaben Website-Texte entwerfen lassen, bekommen Sie genau die Formulierungen aus den Vorher-Beispielen oben — „zuverlässiger Partner“, „höchste Qualität“, „maßgeschneiderte Lösungen“. Austauschbar, weil sie aus dem Durchschnitt aller Websites entstehen. Dazu kommt das zweite Problem: erfundene Details. Referenzen, Jahreszahlen, Zertifikate und Mitarbeiterzahlen, die plausibel klingen und nicht stimmen. Prüfen Sie jeden Satz, der eine Tatsache über Ihren Betrieb behauptet.
Die Prüfliste vor der Freigabe
Gehen Sie jede fertige Seite einmal durch:
- Steht in den ersten drei Zeilen, was Sie machen, für wen und wo?
- Könnte einer dieser Sätze unverändert auf der Seite eines anderen Betriebs stehen? Dann raus damit.
- Kommt der Ort vor, und zwar im Satz statt in einer Aufzählung?
- Steht auf jeder Seite, was der nächste Schritt ist — anrufen, schreiben, Termin?
- Ist die Telefonnummer am Handy antippbar?
- Haben Sie den Text laut gelesen? An jeder Stelle, an der Sie stolpern, ist ein Satz zu lang.
Häufige Fragen
Kann ich die Texte für meine Website selbst schreiben?
Ja, und in den meisten Fällen ist das sogar besser. Nur Sie kennen Ihre Leistungen, Ihr Einzugsgebiet und die Fragen, die Kunden Ihnen am Telefon stellen. Ein Dienstleister ordnet, kürzt und bereitet Ihren Rohtext für die Suche auf — die Substanz muss aus dem Betrieb kommen.
Was kostet es, die Website-Texte schreiben zu lassen?
Das hängt vor allem davon ab, ob Sie eine Rohfassung liefern oder der Dienstleister die Inhalte in Gesprächen erst erheben muss. Wichtiger als der Betrag ist die Frage, ob das Texten im Angebot enthalten ist oder später als Zusatzposten auftaucht — das ist einer der häufigsten Nachträge in Website-Projekten. Eine Übersicht über die Gesamtkosten finden Sie im Beitrag Website erstellen: Kosten.
Wie lang sollte der Text auf einer Leistungsseite sein?
Zwischen 300 und 800 Wörtern, je nachdem wie erklärungsbedürftig die Leistung ist. Eine Heizungswartung braucht weniger Text als eine Badsanierung. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern ob die Seite die typischen Kundenfragen vollständig beantwortet — künstlich gestreckte Texte erkennen Leser und Suchmaschinen gleichermaßen.
Darf ich meine Websitetexte von ChatGPT schreiben lassen?
Erlaubt ist es, sinnvoll nur mit eigenem Rohmaterial. Lassen Sie ein KI-Werkzeug Ihre diktierten Sätze ordnen und kürzen, nicht den Inhalt erfinden. Prüfen Sie jede Jahreszahl, jede Referenz und jede Angabe zu Zertifikaten, bevor die Seite online geht.
Der nächste Schritt
Wenn Ihre Seiten stehen, lohnt sich der Blick von außen: Sagt die Startseite in drei Zeilen, wer Sie sind und was Sie machen? Der kostenlose Website-Check prüft genau das — zusammen mit Ladezeit, Handy-Darstellung und Auffindbarkeit — und Sie bekommen die Auswertung als verständlichen Bericht.
Hinter ASR Webdesign steht Nikola aus Wuppertal. Ich baue Websites für Handwerksbetriebe zum Festpreis von 1.490 bis 3.990 € netto, 14 Tage bis online. Die Texte schreiben wir gemeinsam: Sie diktieren, ich mache daraus Seiten, die gefunden werden.