
Website-Baukasten-Vergleich: Welcher Baukasten passt zu einem Handwerksbetrieb?
Ein Website-Baukasten-Vergleich entscheidet sich für einen Handwerksbetrieb an sieben Punkten: laufende Kosten samt Domain und E-Mail, Bedienbarkeit ohne Vorkenntnisse, Darstellung am Handy, Ladezeit bei vielen Fotos, Rechtstexte und Cookie-Einwilligung, Anbindung an das Google-Unternehmensprofil und die Frage, ob Sie Ihre Inhalte später wieder herausbekommen. Der letzte Punkt wird am häufigsten übersehen und kostet am meisten.
Dieser Text setzt eine Entscheidung voraus: Sie wollen die Website selbst bauen. Ob das in Ihrem Fall die richtige Wahl ist, klärt der Beitrag zum Thema eigene Website erstellen — dort geht es um Aufwand, Zeitbedarf und die Frage, wann Sie besser abgeben. Hier geht es nur noch um das Werkzeug.
Eine Preistabelle finden Sie unten nicht. Anbieter ändern ihre Tarife, Aktionspreise laufen aus, Funktionen wandern in teurere Pakete. Eine Zahl, die heute stimmt, ist in vier Monaten falsch — und eine falsche Zahl ist schlimmer als keine. Was bleibt, sind die Kriterien.
Was ist ein Website-Baukasten — und wo liegt der Unterschied zu einem CMS?
Ein Baukasten ist ein Mietwerkzeug: Bedienoberfläche, Vorlagen, Speicherplatz, Domain und oft E-Mail-Postfächer kommen aus einer Hand, Sie zahlen monatlich und der Anbieter kümmert sich um Technik, Updates und Sicherheit. Sie klicken Ihre Seite zusammen, ohne eine Zeile Code zu sehen.
Ein Content-Management-System wie WordPress ist Software, die auf einem Server läuft, den Sie mieten. Es ist offener, erweiterbar und die Inhalte gehören technisch Ihnen — dafür sind Sie oder Ihr Dienstleister für Updates, Sicherungen und Sicherheit zuständig. WordPress ist damit kein Konkurrent im engeren Sinn, sondern die nächste Stufe.
Der Vergleich läuft also auf einen Tausch hinaus: Bequemlichkeit gegen Kontrolle. Ein Baukasten nimmt Ihnen Arbeit ab und schränkt Sie dafür ein. Wie stark diese Einschränkung wiegt, hängt davon ab, was die Website leisten soll.
Die sieben Kriterien für Ihren Website-Baukasten-Vergleich
1. Laufende Kosten — inklusive Domain und E-Mail
Vergleichen Sie nicht den Monatspreis, sondern die Jahresrechnung. Dazu gehören: das Paket selbst, die Domain, E-Mail-Postfächer, gegebenenfalls ein Aufpreis für ein Kontaktformular mit Datei-Anhang oder für den Wegfall von Anbieter-Werbung. Prüfen Sie außerdem, ob der beworbene Preis ein Aktionspreis für die erste Laufzeit ist und was danach gilt — dieses Muster ist bei Hosting-Anbietern verbreitet. Und schauen Sie auf die Kündigungsfrist.
2. Bedienbarkeit ohne Vorkenntnisse
Der ehrlichste Test dauert eine Stunde: Legen Sie im kostenlosen Testzeitraum eine Leistungsseite an, laden Sie drei Fotos hoch, ändern Sie eine Telefonnummer und veröffentlichen Sie. Wenn Sie dafür ein Video brauchen, wird die Website nach dem Livegang nicht gepflegt. Genau daran scheitern Baukasten-Projekte — nicht am Bauen, sondern am Aktualisieren zwei Jahre später.
3. Das Ergebnis am Handy
Fast alle Anbieter werben mit „responsive". Das heißt nur, dass die Seite nicht zerbricht. Öffnen Sie die Vorschau am eigenen Telefon und prüfen Sie: Ist die Telefonnummer mit einem Daumendruck wählbar? Steht das Wichtigste über der ersten Scroll-Kante? Sind Schaltflächen groß genug für Arbeitshände? Bei manchen Baukästen können Sie die mobile Ansicht getrennt anpassen, bei anderen nicht — das ist ein echter Unterschied.
4. Ladezeit bei vielen Fotos
Handwerker-Websites leben von Referenzbildern, und Fotos direkt aus der Handykamera haben mehrere Megabyte. Die Frage im Vergleich lautet: Verkleinert der Baukasten hochgeladene Bilder automatisch und liefert er moderne Formate aus, oder schiebt er das 6-Megabyte-Original unverändert an den Besucher? Bauen Sie im Test eine Galerie mit acht echten Baustellenfotos und messen Sie die Seite am Handy im Mobilfunknetz, nicht im Büro-WLAN.
5. Rechtstexte und Cookie-Einwilligung
Impressum und Datenschutzerklärung müssen Sie in jedem Fall selbst verantworten — auch wenn der Anbieter einen Generator mitliefert. Wichtiger ist die technische Seite: Nach § 25 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG, ehemals TTDSG) sind das Speichern von Informationen auf dem Endgerät eines Nutzers und der Zugriff darauf nur mit vorheriger Einwilligung zulässig; ausgenommen ist, was für den ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich ist. Prüfen Sie deshalb, ob der Baukasten Statistik-Werkzeuge und eingebettete Inhalte erst nach Zustimmung lädt — und ob Sie diese Einstellung überhaupt erreichen. Was ein Cookie-Banner leisten muss, steht im Beitrag zur Cookie-Banner-Pflicht.
6. Anbindung an Google
Zwei Dinge müssen möglich sein: eigene Seitentitel und Beschreibungen pro Unterseite sowie die Verknüpfung mit der Google Search Console. Beides bieten die etablierten Anbieter, aber teils erst ab einem höheren Paket. Der größere Hebel für einen lokalen Betrieb liegt ohnehin außerhalb des Baukastens — im gepflegten Unternehmensprofil und in sauberen Ortsangaben, wie es der Beitrag bei Google gefunden werden beschreibt.
7. Exportierbarkeit — kommen Sie hier wieder raus?
Das ist der Punkt, den fast kein Vergleichstest ernst nimmt. Fragen Sie vor der Entscheidung: Lässt sich der Inhalt in einer Form exportieren, mit der ein anderer Anbieter etwas anfangen kann? Bekomme ich meine hochgeladenen Bilder in Originalgröße zurück? Läuft die Domain auf meinen Namen, sodass ich sie mitnehmen kann?
Bei einem echten Baukasten lautet die ehrliche Antwort meistens: Texte und Bilder ja, das fertige Design nein. Wer wechselt, baut neu. Das ist kein Skandal — es ist der Preis der Bequemlichkeit. Man sollte ihn nur vor der Unterschrift kennen und nicht drei Jahre später. Die Domain gehört in jedem Fall auf den Betrieb registriert, nicht auf einen Dienstleister.
Die bekannten Anbieter sachlich eingeordnet
Wir nennen bewusst keine Testsieger und keine Punktzahlen. Was sich sagen lässt, ist die Grundausrichtung — und die genügt, um zwei Kandidaten für die eigene Testwoche auszuwählen. Alle Preise und Paketgrenzen: Stand kann sich ändern, beim Anbieter prüfen.
- Wix — international, sehr große gestalterische Freiheit, Elemente lassen sich frei positionieren. Viel Zusatzfunktion über einen eigenen App-Bereich. Genau diese Freiheit erzeugt bei Ungeübten unruhige Layouts, und die mobile Ansicht will separat kontrolliert werden.
- Jimdo — deutscher Anbieter mit deutschsprachigem Support und deutschen Vertragsunterlagen, spürbar auf Kleinstbetriebe und Selbstständige zugeschnitten. Weniger Gestaltungsspielraum, dafür schneller zu einem ordentlichen Ergebnis.
- IONOS Homepage-Baukasten — kommt aus dem Hosting und wird meist im Bündel mit Domain und E-Mail-Postfächern verkauft, mit Telefon-Support. Hier lohnt der genaue Blick auf Laufzeiten und darauf, was nach dem ersten Vertragsjahr gilt.
- Squarespace — gestalterisch stark und sehr bildlastig, im deutschsprachigen Raum weniger verbreitet; Support und Vorlagen sind englisch geprägt.
- WordPress — kein Baukasten, sondern ein CMS. Mit einem Seiten-Editor bedient es sich ähnlich, verlangt aber eine Zuständigkeit für Updates und Sicherungen. Sinnvoll, wenn Sie viele Leistungsseiten, eine Karriereseite oder eigene Formulare planen.
Der praktikabelste Website-Baukasten-Vergleich läuft ohnehin nicht am Schreibtisch ab: zwei Anbieter auswählen, bei beiden den kostenlosen Testzeitraum nutzen, dieselbe Seite zweimal bauen — Startseite, eine Leistungsseite, Kontakt — und danach entscheiden. Eine Stunde Selbsttest sagt mehr als zehn Testberichte.
Wo Baukästen bei Handwerksbetrieben regelmäßig an Grenzen stoßen
- Mehrere Leistungsseiten mit Ortsbezug. Wer als SHK-Betrieb Heizung, Bad und Wartung in vier Orten anbietet, braucht dafür strukturierte Seiten. In Baukästen entstehen dann schnell 15 handgepflegte Einzelseiten, bei denen nach einem halben Jahr niemand mehr weiß, welche aktuell ist.
- Ladezeit bei großen Bildergalerien. Solange es zehn Fotos sind, geht alles gut. Bei achtzig Referenzbildern trennt sich, welcher Anbieter Bilder ernsthaft optimiert.
- Individuelle Formulare. Ein Anfrageformular mit Gewerk-Auswahl, Terminwunsch und Foto-Anhang ist in vielen Paketen nicht oder nur eingeschränkt vorgesehen.
- Der Umzug. Sobald die Website Aufträge bringt, wird der Wechsel zum Risiko: Adressen ändern sich, Rankings brechen ein. Wie man das kontrolliert macht, beschreibt der Beitrag zum Website-Relaunch.
- Wachstum in Richtung Personal. Sobald die Website Bewerber ansprechen soll, reicht ein Absatz auf „Über uns" nicht mehr.
Zur Einordnung: Im deutschen Handwerk sind laut Zentralverband des Deutschen Handwerks rund 1.038.126 Betriebe eingetragen, in denen etwa 6 Millionen Menschen arbeiten (Stand 2025). Der typische Betrieb ist also klein — und für einen kleinen Betrieb ist ein Baukasten oft völlig ausreichend. Die Grenze verläuft nicht bei der Betriebsgröße, sondern bei der Aufgabe, die die Website erfüllen soll.
Wann ein Baukasten reicht — und wann nicht
Ein Baukasten reicht, wenn:
- Sie ein bis zwei Leistungen anbieten und in einem klar umrissenen Gebiet arbeiten.
- Die Website vor allem als seriöse Visitenkarte dient: Wer, was, wo, Kontakt.
- Ihre Aufträge überwiegend aus Empfehlung und aus dem Google-Unternehmensprofil kommen.
- Sie die Seite selbst pflegen wollen und Freude daran haben, das auch zu tun.
- Das Budget der entscheidende Faktor ist und Sie Zeit statt Geld einsetzen können.
Ein Baukasten wird zu eng, wenn:
- Sie mehrere Gewerke oder Leistungen mit eigenen Seiten und Ortsbezug abbilden wollen.
- Die Website Mitarbeiter oder Auszubildende gewinnen soll.
- Sie viele Referenzobjekte mit Bildstrecken zeigen und die Seite trotzdem schnell bleiben muss.
- Sie eigene Abläufe brauchen: Angebotsanfrage mit Anhang, Wartungsvertrag, Terminbuchung.
- Sie über die Website planbar Anfragen erzeugen wollen. Dann ist die Website kein Nebenprojekt mehr, und Zuständigkeit schlägt Ersparnis.
Wenn Sie beide Wege gegeneinander rechnen wollen: Der Beitrag zu den Kosten einer Website stellt Eigenbau, Baukasten und Umsetzung durch einen Dienstleister mit den jeweiligen Folgekosten nebeneinander.
ASR Webdesign ist Nikola aus Wuppertal. Ich baue Websites für Handwerksbetriebe zum Festpreis zwischen 1.490 und 3.990 € netto, und nach Freigabe der Inhalte steht die Seite in 14 Tagen online. Wenn Sie schon eine Website haben — im Baukasten oder anderswo — sagt Ihnen der kostenlose Website-Check in wenigen Minuten, wo sie am Handy, bei der Ladezeit und in der Google-Auffindbarkeit steht. Ohne Termin, ohne Verkaufsgespräch.
Häufige Fragen
Was ist besser: Website-Baukasten oder WordPress?
Für eine kleine Visitenkarten-Website mit wenigen Seiten ist ein Baukasten meist die bessere Wahl: weniger Aufwand, keine Update-Pflicht, alles aus einer Hand. WordPress lohnt sich, sobald mehrere Leistungsseiten mit Ortsbezug, eine Karriereseite oder eigene Formulare dazukommen — und wenn geklärt ist, wer sich um Updates und Sicherungen kümmert.
Was kostet ein Website-Baukasten im Jahr?
Die Pakete liegen bei den bekannten Anbietern im niedrigen zweistelligen Monatsbereich, wobei Preise und Paketgrenzen sich ändern — prüfen Sie den aktuellen Stand direkt beim Anbieter. Rechnen Sie in jedem Fall die Domain und die E-Mail-Postfächer mit und schauen Sie, ob der beworbene Preis nur für die erste Vertragslaufzeit gilt.
Kann ich meine Website vom Baukasten zu einem anderen Anbieter umziehen?
Texte und Bilder bekommen Sie in der Regel heraus, das fertige Design nicht — die Seite wird beim Wechsel neu gebaut. Klären Sie das vor der Entscheidung und stellen Sie sicher, dass die Domain auf Ihren Betrieb registriert ist, denn nur dann können Sie sie mitnehmen.
Reicht ein Website-Baukasten, um bei Google gefunden zu werden?
Ja, technisch reicht er für einen lokalen Handwerksbetrieb. Entscheidend sind ohnehin Inhalte und Ortsbezug auf der Website sowie ein vollständig gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Achten Sie nur darauf, dass Sie im gewählten Paket eigene Seitentitel und Beschreibungen vergeben und die Google Search Console verbinden können.
Brauche ich beim Baukasten trotzdem Impressum und Cookie-Banner?
Ja. Die Pflichten treffen Sie als Betreiber der Website, nicht den Anbieter des Baukastens. Ein mitgelieferter Rechtstext-Generator ist eine Hilfe, keine Absicherung — und ein Einwilligungsbanner ist nur dann korrekt, wenn Statistik-Werkzeuge und eingebettete Inhalte tatsächlich erst nach der Zustimmung geladen werden.