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Langsame Ladezeit? Website verbessern in vier Schritten

Warum eine langsame Website Anfragen kostet, wie Sie die Ladezeit in zwei Minuten selbst messen und welche Ursache bei Handwerksbetrieben fast immer dahintersteckt.

Nikola ·

Titelgrafik zum Ratgeber „Langsame Ladezeit? Website verbessern" von ASR Webdesign.

Langsame Ladezeit? Website verbessern Sie fast immer zuerst bei den Fotos

Bei Handwerker-Websites ist die Ursache für lange Ladezeiten meist dieselbe: Fotos, die unbearbeitet aus der Handykamera hochgeladen wurden. Wer seine Bilder vor dem Hochladen auf unter 300 Kilobyte verkleinert, ungenutzte Erweiterungen entfernt und Karten und Videos nur dort einbindet, wo sie gebraucht werden, holt den größten Teil heraus — meist an einem Nachmittag.

Wer bei Google „Ladezeit Website verbessern" eingibt, landet allerdings fast immer bei Anleitungen für Entwickler: Serverkonfiguration, Zwischenspeicher, Komprimierungsverfahren. Für einen Betriebsinhaber ist das unbrauchbar. Dieser Artikel geht den anderen Weg — er beschreibt, was Sie ohne Technikkenntnisse selbst erledigen können und wo die Grenze verläuft.

Was heißt „langsam" überhaupt — und wie messen Sie es in zwei Minuten?

Ihr eigenes Gefühl taugt nicht als Maßstab. Sie öffnen Ihre Website im Büro-WLAN, auf einem Rechner, der die Seite schon im Zwischenspeicher hat. Bei Ihnen ist sie sofort da. Ihr Kunde steht im Treppenhaus mit einem Balken Empfang.

Zwei Messungen reichen:

  • Der Handy-Test. Öffnen Sie Ihre Website auf dem eigenen Handy, mit ausgeschaltetem WLAN, unterwegs und nicht auf dem Betriebshof. Zählen Sie mit. Wenn nach fünf Sekunden noch eine weiße Fläche zu sehen ist, haben Sie ein Problem — und keinen Messwert, sondern die Kundenerfahrung.
  • PageSpeed Insights. Das kostenlose Werkzeug von Google erreichen Sie unter pagespeed.web.dev. Adresse eintragen, warten. Wichtig ist ausschließlich der Reiter für Mobilgeräte. Der Desktop-Wert sieht bei fast jeder Seite gut aus und beruhigt Sie zu Unrecht.

Google fasst die entscheidenden Messwerte unter dem Namen Core Web Vitals zusammen. Der wichtigste davon misst, wie lange es dauert, bis der größte sichtbare Bereich der Seite steht — also das Foto oder die Überschrift ganz oben. Als gut gilt dort ein Wert unter 2,5 Sekunden. Rot heißt in dieser Anzeige nicht „kaputt", sondern „hier liegt Zeit auf der Straße".

Wenn Sie es sich einfacher machen wollen: Der kostenlose Website-Check misst die Ladezeit am Handy mit und sagt Ihnen im Klartext, woran es liegt.

Warum eine langsame Website Anfragen kostet

Ich nenne hier bewusst keine Prozentzahl zu Absprungraten. Die kursierenden Werte stammen aus Onlineshops und lassen sich auf einen Dachdeckerbetrieb nicht übertragen. Die Mechanik ist trotzdem eindeutig, und Sie kennen sie aus der eigenen Praxis:

Ihr Interessent hat gerade fünf Betriebe in der Ergebnisliste. Er tippt auf den ersten. Passiert nichts, tippt er auf Zurück — das kostet ihn eine Sekunde und keinerlei Überwindung. Er entscheidet nicht gegen Ihren Betrieb. Er hat ihn nie gesehen.

Dazu kommt der Google-Faktor: Geschwindigkeit ist ein Rankingsignal unter vielen. Sie schiebt keine schlechte Seite nach oben, aber bei zwei Betrieben mit ähnlich guten Inhalten entscheidet sie mit. Wie die anderen Signale zusammenspielen, steht im Beitrag zu SEO für Handwerker.

Dass das kein Nischenthema ist, sehen Sie an den Kammern selbst. Die Handwerkskammer Düsseldorf prüft in ihrem Beratungspaket „Virtuelle Präsenz" ausdrücklich die Ladezeiten und die mobile Darstellung einer Betriebswebsite — zwei von wenigen Punkten, die dort überhaupt genannt werden.

Ursache Nummer eins: Fotos aus der Handykamera

Ein aktuelles Handy macht Fotos mit rund 4.000 Bildpunkten Breite und drei bis acht Megabyte Dateigröße. Auf Ihrer Website erscheint dieses Foto in einer Spalte, die am Handy vielleicht 400 Bildpunkte breit ist. Der Browser lädt trotzdem die vollen acht Megabyte herunter und rechnet sie erst danach klein.

Rechnen Sie das für eine Referenzseite hoch: zwölf Baustellenfotos, jedes vier Megabyte, macht 48 Megabyte für eine einzige Unterseite. Im Büro-WLAN merken Sie davon nichts. Über ein mäßiges Mobilfunknetz sind das Minuten.

So räumen Sie auf, ohne dass ein Dienstleister nötig ist:

  • Vor dem Hochladen verkleinern. Zielmaß: maximal 1.600 bis 2.000 Bildpunkte Breite. Das reicht auch für große Bildschirme. Am Mac erledigt das die Vorschau-App (Werkzeuge, Größe anpassen), unter Windows die Fotos-App. Beides dauert pro Bild wenige Sekunden.
  • Dateigröße prüfen. Ein normales Inhaltsbild sollte unter 300 Kilobyte liegen, das große Bild ganz oben unter 500 Kilobyte. Rechtsklick auf die Datei zeigt Ihnen die Größe.
  • Modernes Bildformat verwenden. WebP ist ein Format, das bei gleicher Optik deutlich kleiner ausfällt als JPG. Jedes gängige System kann es. Fragen Sie Ihren Dienstleister, ob Ihre Bilder so ausgeliefert werden — die Antwort dauert eine Minute.
  • Alte Bilder nachziehen. Die Fotos, die vor drei Jahren hochgeladen wurden, sind meist die schwersten. Nehmen Sie sich die Startseite, die Referenzen und die zwei wichtigsten Leistungsseiten vor. Der Rest kann warten.

Als Faustregel aus der Praxis: Eine Unterseite mit Bildern sollte insgesamt unter zwei Megabyte bleiben. Wenn eine einzige Seite Ihrer Website mehr wiegt als eine PDF-Broschüre, ist das der Punkt, an dem Sie anfangen.

Was sonst noch bremst

Nach den Bildern folgen die übrigen Ursachen ungefähr in dieser Häufigkeit:

  • Eingebettete Karten. Eine Google-Karte im Fußbereich lädt auf jeder einzelnen Seite mit. Meist genügt sie auf der Kontaktseite — überall sonst reicht ein Bild mit Verlinkung.
  • Videos direkt auf der Seite. Ein Video im Kopfbereich, das automatisch startet, ist der teuerste Effekt, den eine Handwerker-Website haben kann. Ein Vorschaubild, das erst beim Antippen das Video nachlädt, sieht identisch aus und wiegt nichts.
  • Schriften von fremden Servern. Werden Schriftarten bei jedem Aufruf von außen geholt, kostet das Zeit — und ist zusätzlich ein Datenschutzthema, das im Zusammenhang mit der Cookie-Banner-Pflicht regelmäßig auftaucht. Lokal eingebundene Schriften lösen beides auf einmal.
  • Zu viele Erweiterungen. Bildergalerie, Slider, Chat-Fenster, Bewertungs-Anzeige, Newsletter-Fenster, Statistik-Werkzeug: Jede Erweiterung lädt eigene Dateien. Prüfen Sie, was davon in den letzten zwölf Monaten wirklich einen Kunden gebracht hat.
  • Billiges Hosting. Bei Angeboten für zwei Euro im Monat teilen sich mehrere hundert Websites einen Server. Merkbar wird das genau dann, wenn Ihre Seite gerade wichtig wäre.
  • Fehlendes Caching. Ein Zwischenspeicher liefert wiederkehrenden Besuchern fertige Seiten aus, statt sie jedes Mal neu zusammenzubauen. Das ist eine Einstellung, kein Umbau — aber nichts, was Sie selbst machen sollten.

Nicht nur die Ladezeit — Website verbessern heißt am Handy auch Bedienbarkeit

Die Messung sagt Ihnen, wie lange das Laden dauert. Sie sagt Ihnen nicht, ob die Seite danach benutzbar ist. Der Großteil Ihrer Besucher kommt vom Telefon — deshalb gehören diese Punkte in dieselbe Runde:

  • Die Telefonnummer muss antippbar sein. Eine Nummer, die man markieren und kopieren muss, ist am Handy eine Hürde. Ein Antippen, ein Klingeln.
  • Schriftgröße nicht unter Lesbarkeit. Wer zum Lesen zoomen muss, liest nicht.
  • Tippflächen groß genug. Nebeneinanderliegende Links im Fußbereich trifft niemand mit dem Daumen zuverlässig.
  • Formulare kurz halten. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anfragen, und am Handy doppelt.
  • Keine Fenster, die sich über den Inhalt legen. Ein Newsletter-Fenster nach drei Sekunden erledigt am Handy dasselbe wie eine verschlossene Tür.

Diese Punkte kosten kein Ladevolumen, aber sie entscheiden darüber, ob aus dem schnellen Aufruf eine Anfrage wird. Eine Seite, die in zwei Sekunden lädt und danach nicht bedienbar ist, hat nichts gewonnen.

Was Sie selbst erledigen können — und wo es einen Dienstleister braucht

Diese Trennung erspart Ihnen unnötige Rechnungen und unnötigen Frust.

Das erledigen Sie selbst, wenn Sie Ihre Inhalte pflegen können:

  • Bilder vor dem Hochladen verkleinern
  • Alte, überschwere Fotos ersetzen
  • Unnötige Karten und Videos von Unterseiten nehmen
  • Erweiterungen abbestellen, die niemand nutzt
  • Regelmäßig am Handy nachmessen

Dafür brauchen Sie jemanden, der sich auskennt:

  • Zwischenspeicher und Bildauslieferung einrichten
  • Schriften lokal einbinden
  • Auf ein passendes Hosting umziehen
  • Den Programmcode entrümpeln, den ein Baukasten oder ein altes Theme mitbringt
  • Beurteilen, ob sich Aufräumen überhaupt noch lohnt

Ein guter Test für ein Angebot: Wenn Ihnen jemand einen vierstelligen Betrag für „Performance-Optimierung" nennt, ohne vorher gemessen zu haben, fragen Sie nach dem Messprotokoll vorher und nachher. Ohne Zahlen davor gibt es keinen Nachweis danach.

Ladezeit: Website verbessern in vier Schritten

  1. Messen. PageSpeed Insights, Reiter Mobilgeräte. Wert und Datum notieren.
  2. Bilder aufräumen. Startseite, Referenzen und die zwei wichtigsten Leistungsseiten zuerst.
  3. Ballast entfernen. Karten, Videos und Erweiterungen, die niemand braucht.
  4. Nachmessen. Gleiches Werkzeug, gleicher Reiter. Der Unterschied ist Ihr Ergebnis.

Danach gehört die Messung in den Rhythmus, in dem Sie ohnehin auf die Seite schauen — zweimal im Jahr genügt. Was sonst noch dazugehört, steht im Beitrag zur Website-Wartung.

Wann sich das Aufräumen nicht mehr lohnt

Manchmal ist die Ladezeit nur das Symptom. Wenn Ihre Seite acht Jahre alt ist, sich am Handy nicht sauber bedienen lässt, auf einem System läuft, das keine Updates mehr bekommt, und Sie für jede Textänderung anrufen müssen, sparen Sie mit einer Bilderaktion zwei Sekunden — und haben danach immer noch dieselbe Seite. In dem Fall ist ein Website-Relaunch der ehrlichere Weg.

ASR Webdesign ist Nikola aus Wuppertal. Ich baue Websites für Handwerksbetriebe zum Festpreis zwischen 1.490 und 3.990 € netto, in der Regel 14 Tage bis online. Die Preise stehen vor Projektstart fest und sind unter Preise einsehbar.

Häufige Fragen

Wie schnell muss eine Website sein?

Als Zielwert gilt, dass der größte sichtbare Bereich einer Seite am Handy in unter 2,5 Sekunden steht — so bewertet Google es in den Core Web Vitals. Entscheidend ist die Messung über das Mobilfunknetz, nicht im WLAN. Alles unter fünf Sekunden am Handy ist erträglich, alles darüber kostet Sie Anfragen.

Wie kann ich die Ladezeit meiner Website selbst testen?

Rufen Sie pagespeed.web.dev auf, geben Sie Ihre Adresse ein und sehen Sie sich ausschließlich den Reiter für Mobilgeräte an. Das dauert zwei Minuten und kostet nichts. Machen Sie zusätzlich den Praxistest: Website am eigenen Handy öffnen, WLAN aus, außerhalb des Betriebs.

Sind Bilder wirklich die häufigste Ursache?

Bei Websites von Handwerksbetrieben in aller Regel ja. Baustellenfotos werden direkt aus der Handykamera hochgeladen und wiegen dann drei bis acht Megabyte pro Stück, obwohl unter 300 Kilobyte reichen würden. Zwölf solcher Fotos auf einer Referenzseite ergeben ein Vielfaches dessen, was eine ganze Seite wiegen sollte.

Verbessert eine schnellere Website mein Google-Ranking?

Geschwindigkeit ist ein Rankingsignal unter vielen, aber kein Hebel, der eine inhaltlich schwache Seite nach oben bringt. Sie wirkt vor allem im Vergleich: Bei zwei Betrieben mit ähnlich guten Inhalten hat der schnellere die besseren Karten. Den größeren Effekt hat die schnellere Seite darauf, dass Besucher überhaupt bleiben.

Was kostet es, eine langsame Website schneller zu machen?

Wenn nur die Bilder das Problem sind, kostet es Sie ein bis zwei Stunden eigene Arbeit und sonst nichts. Kommen Zwischenspeicher, Schriften und ein Hosting-Wechsel dazu, sind das nach meiner Erfahrung wenige Stunden Arbeit — kein Projekt, sondern ein Auftrag. Lassen Sie sich in jedem Fall eine Messung vorher und nachher zeigen.

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