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Webdesigner finden: Die Prüfliste vor der Beauftragung

Wie Sie einen Webdesigner finden, Referenzen richtig prüfen, welche Fragen vor der Unterschrift gehören — und wem Domain, Zugänge und Inhalte hinterher gehören.

Nikola ·

Titelgrafik zum Ratgeber „Den richtigen Webdesigner finden" von ASR Webdesign.

Wie Sie einen guten Webdesigner finden und vor der Beauftragung prüfen

Einen guten Webdesigner finden Sie über drei Wege: Empfehlungen aus Ihrem Netzwerk, das Impressum von Websites, die Ihnen gefallen, und die lokale Suche. Entscheidend ist danach die Prüfung: aktuelle Referenzen am Handy öffnen, ein schriftliches Festpreis-Angebot verlangen und vor der Unterschrift klären, wem Domain, Zugänge und Inhalte hinterher gehören.

Der Rest ist diese Prüfliste. Wer einen Webdesigner finden will, ohne später Lehrgeld zu zahlen, arbeitet sie einmal durch — bei jedem Anbieter. Bei mir auch.

Wo Sie einen Webdesigner finden, der zu einem Handwerksbetrieb passt

Drei Quellen funktionieren in der Praxis. Eine vierte kostet meistens nur Zeit.

Empfehlung aus dem Netzwerk. Fragen Sie Kollegen aus anderen Gewerken, die Innung oder die Kammer. Das Gemeinschaftsportal der deutschen Handwerkskammern führt „Betriebsführung" als eigenen Servicebereich und verweist an die für Sie zuständige regionale Kammer — der Anruf dort ist kostenlos und der Berater verkauft Ihnen nichts. Eine Empfehlung von einem Betrieb Ihrer Größe wiegt mehr als jede Anzeige: Der Kollege sagt Ihnen auch, was schiefgelaufen ist.

Das Impressum von Seiten, die Ihnen gefallen. Suchen Sie nach Betrieben Ihres Gewerks in anderen Städten. Wenn Ihnen eine Website gefällt, scrollen Sie nach unten. In vielen Fällen steht dort ein Hinweis auf den Ersteller, sonst hilft eine kurze E-Mail an den Betrieb. So finden Sie jemanden, dessen Ergebnis Sie vorher gesehen haben — nicht dessen Werbung.

Die lokale Suche. „Webdesigner" plus Ihre Stadt. Die ersten Treffer sind oft Anzeigen; scrollen Sie weiter. Räumliche Nähe ist kein Muss, erleichtert aber Fototermin und Gespräch vor Ort.

Vermittlungsportale für Dienstleister liefern schnell fünf Angebote, die kaum vergleichbar sind. Wenn Sie diesen Weg gehen, nehmen Sie die Kontakte und prüfen Sie sie wie jeden anderen auch.

Ein Punkt vorweg: Die Selbstdarstellung sagt wenig. Fast jeder schreibt „individuell", „modern" und „suchmaschinenoptimiert". Aussagekraft haben nur die Seiten, die er tatsächlich gebaut hat.

Referenzen prüfen: zehn Minuten, die Ihnen viel Ärger sparen

Hier trennt sich die Spreu. Wenn Sie einen Webdesigner finden wollen, dessen Arbeit hält, nehmen Sie seine Referenzliste und arbeiten Sie sie am Handy durch, nicht am Bürorechner. Ihre Kunden kommen mehrheitlich über das Handy.

  • Sind die Seiten überhaupt noch online? Tote Links in der Referenzliste heißen: Der Kunde ist weg, oder niemand pflegt die Liste.
  • Wie schnell lädt die Seite im Mobilfunknetz? Nicht im WLAN. Wenn Sie drei Sekunden auf das erste Bild warten, wartet Ihr Kunde später auch.
  • Sehen alle Referenzen gleich aus? Drei Betriebe mit demselben Aufbau und nur getauschtem Logo sind ein Baukasten mit Anstrich — dafür zahlen Sie keinen Individualpreis.
  • Findet man Telefonnummer und Kontakt in zwei Sekunden? Bei einer Handwerker-Website ist das die wichtigste Funktion überhaupt.
  • Wie alt sind die Inhalte? Ein Projekt von 2018, das seitdem unverändert ist, sagt nichts über die heutige Arbeitsweise.
  • Steht im Impressum der Betrieb oder der Dienstleister? Wenn dort die Agentur als Diensteanbieter steht, ist das ein Hinweis auf ein Mietmodell.

Der letzte Schritt kostet fünf Minuten und ist der wertvollste: Rufen Sie einen der Referenzkunden an. Handwerker reden mit Handwerkern. Fragen Sie nicht, ob er zufrieden war, sondern: Wurde der Preis gehalten? Wie lange hat es gedauert? Was passiert, wenn Sie heute eine Änderung brauchen?

Welche Fragen gehören vor die Unterschrift?

Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben. Ein Anbieter, der auf diese Fragen ausweicht, hat sich damit selbst beantwortet.

  • Was genau ist im Preis enthalten — wie viele Seiten, welche Funktionen?
  • Wer schreibt die Texte, und wenn ich sie liefere: Wer überarbeitet sie?
  • Wer liefert die Fotos? Ist ein Fototermin enthalten oder werden Bilder gekauft?
  • Wie viele Korrekturschleifen sind eingeschlossen, und was kostet eine weitere?
  • Wie lange dauert es vom Startschuss bis zum Livegang — und woran hängt der Termin?
  • Was passiert nach dem Livegang: Wer aktualisiert das System, wer prüft die Erreichbarkeit?
  • Kann ich Texte, Bilder und Preise selbst ändern, oder muss ich dafür jedes Mal anfragen?
  • Was kostet eine Änderung später konkret — pro Stunde, pro Auftrag, pauschal?
  • Wer ist mein Ansprechpartner, und wie schnell bekomme ich normalerweise eine Antwort?
  • Was kostet der laufende Betrieb im Jahr, Domain und Hosting eingerechnet?
  • Was passiert, wenn ich in drei Jahren zu jemand anderem wechseln möchte?
  • Wem gehört am Ende was?

Die letzte Frage ist die wichtigste. Sie steht in kaum einem Angebot, und sie entscheidet darüber, ob Ihre Website Ihnen gehört oder nur zur Verfügung gestellt wird.

Wem gehört hinterher was?

Sie kennen das aus Ihrem eigenen Gewerk: Nach der Abnahme gehört das Werk dem Bauherrn, und er bekommt die Unterlagen dazu. Bei Websites ist das erstaunlich oft nicht geregelt. Klären Sie diese sechs Punkte, bevor Sie unterschreiben — und lassen Sie sich die Zugangsdaten nach dem Livegang aushändigen, nicht erst beim Streit.

Die Domain

Ihre Internetadresse ist der einzige Teil des Projekts, den Sie nicht neu bauen können. Texte lassen sich neu schreiben, ein Design lässt sich ersetzen — eine eingeführte Adresse, die auf Fahrzeugen, Rechnungen und Schildern steht, nicht.

Sie sollte deshalb auf Ihren Betrieb registriert sein, mit Ihrem Namen als Inhaber im Register. Dass ein Dienstleister die Domain technisch verwaltet, ist völlig normal und praktisch. Dass er als Inhaber eingetragen ist, ist es nicht. Fragen Sie konkret: Auf wen läuft die Domain, und bekomme ich auf Wunsch das Freigabe-Kennwort für einen Umzug?

Der Hosting-Zugang

Das ist der Speicherplatz, auf dem Ihre Seite liegt. Sie brauchen den Zugang nicht täglich, aber Sie brauchen ihn im Ernstfall. Lassen Sie sich sagen, bei welchem Anbieter Ihre Seite liegt, auf wessen Namen der Vertrag läuft und wer die Rechnung bezahlt. Läuft der Vertrag auf den Dienstleister, hängt Ihre Erreichbarkeit an dessen Zahlungsmoral.

Der Zugang zum Redaktionssystem

Sie sollten ein eigenes Benutzerkonto mit Administratorrechten für das System hinter Ihrer Website haben — auch wenn Sie es nie benutzen. Ein Konto mit Leserechten reicht nicht: Damit können Sie im Notfall niemandem sonst Zugriff geben. Wenn Ihr Anbieter das nicht einrichten will, ist der Grund selten technisch.

Unternehmensprofil, Statistik und E-Mail

Beim Google-Unternehmensprofil und beim Statistikwerkzeug passiert derselbe Fehler regelmäßig: Angelegt wird beides über das Konto des Dienstleisters. Ihr Betrieb ist dann Gast in seinem eigenen Eintrag. Beides gehört auf ein Betriebskonto, zu dem Sie das Passwort haben, und der Dienstleister wird als zusätzlicher Benutzer eingeladen. Dasselbe gilt für die E-Mail-Postfächer unter Ihrer Domain.

Rechte an Texten und Fotos

Halten Sie schriftlich fest, dass Sie die erstellten Texte und Fotos dauerhaft und uneingeschränkt für Ihren Betrieb nutzen dürfen — auf der Website, in Anzeigen, auf Fahrzeugbeschriftungen und in sozialen Netzwerken. Bei Fotos einer beauftragten Fotografin klären Sie zusätzlich, welche Nutzung abgedeckt ist. Bei gekauften Bildern gilt die Lizenz des Bildanbieters; ob sie auf Sie übergeht, ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist keine Rechtsberatung — bei größeren Aufträgen lassen Sie den Vertrag prüfen.

Export und Ausstieg

Fragen Sie vor der Unterschrift: Wenn ich in drei Jahren wechseln will — was bekomme ich mit? Auf einem gängigen Redaktionssystem lauten die Antworten: eine Sicherung der Datenbank, den Ordner mit allen Bildern in Originalgröße und den Zugang zur Domain. Bei einem geschlossenen System oder einem Mietmodell kann die Antwort lauten: die Texte zum Kopieren. Das ist ein legitimes Geschäftsmodell, solange es vorher gesagt wird. Sie sollten es nur wissen, bevor Sie sich einrichten.

Und der Fall, an den niemand denkt: Der Dienstleister ist nicht mehr erreichbar — Krankheit, Aufgabe des Geschäfts, Streit. Machen Sie den Test gedanklich durch. Wenn Sie in diesem Moment weder an die Domain noch an das Hosting noch an das System kommen, ist Ihre Website faktisch verloren, egal was im Vertrag steht. Genau deshalb gehören diese Zugänge in Ihren Ordner, bevor irgendetwas passiert. Ein regelmäßiges, geprüftes Backup gehört zu einer sauberen Website-Wartung ohnehin dazu.

Warnsignale: wann Sie besser einen anderen Webdesigner finden

Kein einzelner Punkt ist ein Beweis. Zwei oder drei zusammen sind ein deutliches Zeichen:

  • Kein schriftliches Angebot, sondern nur eine Zahl am Telefon.
  • Der Preis ist nicht aufgeschlüsselt. Eine Summe ohne Leistungsbeschreibung lässt sich mit nichts vergleichen.
  • Vorkasse ohne Meilensteine. Üblich ist eine Anzahlung bei Beauftragung, der Rest nach Abnahme.
  • Keine erreichbare Telefonnummer und keine ladungsfähige Anschrift im Impressum.
  • Die Domain soll auf den Anbieter laufen — mit der Begründung, das sei technisch einfacher.
  • Monatliche „Website-Miete" ohne Eigentum am Ergebnis, dazu eine lange Laufzeit. Rechnen Sie es aus: 79 € im Monat über 48 Monate sind 3.792 €, und danach besitzen Sie nichts.
  • Rankinggarantien. Niemand kann Platz 1 bei Google garantieren.
  • Zeitdruck. „Der Preis gilt nur bis Freitag" ist ein Verkaufsinstrument, kein Angebot.

Agentur, Freiberufler oder der Bekannte, der sowas macht

Alle drei können funktionieren. Sie unterscheiden sich in Preis, Tempo und Ausfallrisiko.

Eine Agentur hat mehrere Köpfe, fängt Urlaub und Krankheit ab und liefert meist Design, Text und Technik aus einer Hand. Dafür zahlen Sie den Overhead mit, und mit einem Auftrag über 3.000 € sind Sie dort ein kleiner Kunde.

Ein Freiberufler oder Einzelunternehmer ist günstiger, schneller in der Abstimmung, und Sie sprechen immer mit derselben Person. Das Risiko heißt Verfügbarkeit — fragen Sie, wer im Krankheitsfall an Ihre Seite kommt.

Der Bekannte, der sowas macht, baut oft etwas Ordentliches für wenig Geld. Das Problem kommt später: Wenn er keine Zeit mehr hat, gibt es keinen Vertrag, keine Dokumentation und niemanden, den Sie anrufen können. Holen Sie sich in diesem Fall wenigstens die Zugänge und eine kurze Übergabe.

Damit Sie wissen, wer hier schreibt: ASR Webdesign ist keine Agentur, sondern eine Person — Nikola, Webdesigner aus Wuppertal, der Websites für Handwerksbetriebe zum Festpreis zwischen 1.490 und 3.990 € netto baut; nach Freigabe der Inhalte steht die Seite in 14 Tagen online. Prüfen Sie diesen Anbieter mit derselben Liste wie jeden anderen — wer hier arbeitet, steht auf der Seite über mich. Wenn Sie zuerst wissen wollen, mit welchem Budget Sie rechnen müssen, hilft der Überblick über die Kosten einer Website. Und falls Sie noch schwanken, ob Sie beauftragen oder Ihre Website selbst erstellen, klären Sie das vor dem ersten Gespräch.

Ein letzter Tipp, bevor Sie Angebote einholen: Der kostenlose Website-Check prüft Ihre bestehende Seite auf Ladezeit, Handy-Tauglichkeit und Auffindbarkeit. Mit diesem Ergebnis in der Hand führen Sie ein besseres Gespräch — Sie wissen, was fehlt, und müssen es sich nicht erklären lassen.

Häufige Fragen

Wie kann ich als Handwerksbetrieb einen guten Webdesigner finden?

Einen Webdesigner finden Sie über Empfehlungen aus der Innung oder von Kollegen, über das Impressum von Websites anderer Betriebe, die Ihnen gefallen, und über die lokale Suche mit „Webdesigner" plus Ihrem Ort. Prüfen Sie anschließend die Referenzen am Handy und holen Sie mindestens zwei schriftliche Angebote ein.

Worauf muss ich achten, wenn ich einen Webdesigner beauftrage?

Auf ein schriftliches, aufgeschlüsseltes Angebot mit festem Preis und Termin, auf die Zahl der enthaltenen Korrekturschleifen und auf die Frage, wer Texte und Fotos liefert. Klären Sie außerdem vor der Unterschrift, dass die Domain auf Ihren Betrieb läuft und Sie alle Zugänge zu Hosting und Redaktionssystem bekommen.

Muss die Domain auf meinen Betrieb laufen?

Ja, das sollte sie. Die Domain ist der einzige Teil Ihrer Website, den Sie nicht ersetzen können, ohne bei Kunden und bei Google von vorn anzufangen. Dass ein Dienstleister sie technisch verwaltet, ist normal. Dass er als Inhaber eingetragen ist, sollten Sie ändern lassen.

Ist eine Agentur besser als ein einzelner Webdesigner?

Nicht grundsätzlich. Eine Agentur fängt Urlaub und Krankheit besser ab und deckt Design, Text und Technik ab, kostet dafür mehr. Bei einem Einzelunternehmer sprechen Sie immer mit derselben Person und entscheiden schneller, tragen aber ein höheres Ausfallrisiko. Für eine typische Handwerker-Website mit fünf bis zehn Seiten reicht ein guter Einzelner.

Was kostet es, einen Webdesigner zu beauftragen?

Für eine Website mit fünf bis zehn Seiten liegen die Angebote erfahrungsgemäß grob zwischen 1.500 € und 6.000 € netto — je nach Anbietertyp, Seitenzahl und ob Texte und Fotos enthalten sind. Lassen Sie sich immer aufschlüsseln, was enthalten ist, und fragen Sie nach den laufenden Kosten pro Jahr.

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