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Branchenbuch-Eintrag im Handwerk: Was lohnt sich, was kostet nur Geld?

Nicht jeder Eintrag bringt Kunden. Warum einheitliche Betriebsdaten mehr wert sind als Traffic, welche Verzeichnisse kostenlos wichtig sind und was Sie vor jeder Unterschrift prüfen sollten.

Nikola ·

Titelgrafik zum Ratgeber „Branchenbuch-Eintrag im Handwerk" von ASR Webdesign.

Branchenbuch-Eintrag: Was bringt er einem Handwerksbetrieb?

Ein Branchenbuch-Eintrag bringt einem Handwerksbetrieb heute nur noch selten direkte Anfragen. Sein Nutzen liegt woanders: Name, Adresse und Telefonnummer stehen im Netz an vielen Stellen identisch, und dieses gleichlautende Signal stützt die lokale Sichtbarkeit bei Google. Kostenlose Einträge lohnen fast immer. Kostenpflichtige Verträge lohnen sich nur, wenn sie nachweisbar Besucher bringen.

Vor zwanzig Jahren lag das Branchenbuch im Flur, und wer einen Installateur brauchte, blätterte. Heute tippt derselbe Kunde „Heizung Notdienst Wuppertal" ins Handy. Verzeichnisse gibt es trotzdem weiterhin — sie sind nur zu etwas anderem geworden: zu Datenpunkten, die Suchmaschinen miteinander abgleichen. Wer das einmal verstanden hat, entscheidet über jeden einzelnen Eintrag in zwei Minuten statt in zwei Wochen.

Was ein Eintrag technisch bewirkt — und was nicht

Der Fachbegriff heißt NAP: Name, Address, Phone. Gemeint ist, dass diese drei Angaben überall im Netz exakt gleich geschrieben sind — auf Ihrer Website, im Google-Unternehmensprofil, in der Betriebssuche Ihrer Kammer, in jedem Verzeichnis.

„Exakt gleich" ist wörtlich gemeint. Die folgenden Varianten sind für einen Menschen dasselbe und für eine Maschine drei verschiedene Betriebe:

  • Müller GmbH / Müller Sanitär GmbH / Sanitär Müller
  • Hauptstraße 12 / Hauptstr. 12 / Hauptstrasse 12a
  • 0202 1234567 / +49 202 1234567 / die alte Nummer von vor dem Umzug

Google zieht seine Informationen über Ihren Betrieb aus vielen Quellen. Widersprechen die sich, sinkt das Vertrauen in die Angabe. Der reale Schaden alter Verzeichnisse ist deshalb nicht der fehlende Traffic — es sind falsche Daten, die weiterleben. Eine tote Rufnummer in einem zehn Jahre alten Eintrag kostet Anrufe, von denen Sie nie erfahren.

Was ein Branchenbuch-Eintrag dagegen nicht leistet: Er bringt Ihre Website nicht nach oben, er ersetzt kein Google-Unternehmensprofil, und er liefert in den meisten Gewerken keine nennenswerte Zahl an Besuchern. Wer Ihnen etwas anderes verspricht, verkauft und erklärt nicht. Wie lokale Sichtbarkeit tatsächlich entsteht, steht im Ratgeber Bei Google gefunden werden.

Welche Einträge sollte jeder Handwerksbetrieb machen?

Diese Einträge kosten nichts und lohnen sich in praktisch jedem Fall:

  • Google-Unternehmensprofil. Der mit Abstand wichtigste Eintrag, weil er direkt in Suche und Karte ausgespielt wird. Die Einrichtung Schritt für Schritt steht im Ratgeber Google-Unternehmensprofil erstellen.
  • Die Betriebssuche Ihrer Handwerkskammer. Sie sind dort ohnehin eingetragen — prüfen Sie, ob Gewerk, Anschrift und Website stimmen.
  • Ihr Innungs- oder Fachverbandsverzeichnis. Kostet über den Mitgliedsbeitrag hinaus nichts und wird von Kunden tatsächlich genutzt, gerade bei Gewerken mit Meisterpflicht.
  • Apple Karten und Bing Places. Zwei Formulare, danach stimmen auch die Kartendienste, die nicht von Google kommen.
  • Das Branchenverzeichnis Ihrer Stadt oder Gemeinde. Oft veraltet, oft übersehen, meistens kostenlos.

Einen zusätzlichen kostenpflichtigen Eintrag brauchen Sie, wenn:

  • Sie ein Gewerk anbieten, für das es ein etabliertes Fachverzeichnis gibt, das Kunden kennen (etwa Schornsteinfeger- oder Restaurierungsregister).
  • Sie über Ihre eigene Website und Ihr Unternehmensprofil bereits gut gefunden werden und gezielt eine weitere Nische testen wollen.
  • Sie den Eintrag messen können und bereit sind, ihn nach zwölf Monaten wieder zu kündigen, wenn nichts passiert.

Sie brauchen ihn nicht, wenn:

  • Ihre Website und Ihr Google-Unternehmensprofil noch unvollständig sind. Dann ist das Geld dort besser aufgehoben.
  • Der Anbieter Ihnen keine Zahlen zu Aufrufen und Klicks auf Ihren Eintrag liefern kann.
  • Der Eintrag nur eine Kopie Ihrer Daten ohne Verlinkung auf Ihre Website ist.
  • Das Angebot am Telefon kam und heute noch unterschrieben werden soll.

Warum Kammer und Innung mehr wert sind als die meisten Portale

Ein Verzeichnis ist so gut wie das Vertrauen, das ihm Kunden und Suchmaschinen entgegenbringen. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einem Kammerverzeichnis und einem beliebigen kommerziellen Portal: In die Betriebssuche der Handwerkskammer kommt nur, wer in der Handwerksrolle steht. Ein Eintrag dort ist damit eine Aussage über Ihren Betrieb, kein bezahlter Werbeplatz.

Das gemeinsame Portal der deutschen Handwerkskammern, handwerkskammer.de, wird nach eigenen Angaben von allen 53 Handwerkskammern getragen und führt Suchende über Postleitzahl oder Ortsname zur zuständigen Kammer und deren Handwerkersuche. Für einen Kunden ist das ein kurzer Weg. Für Ihren Betrieb ist es ein Eintrag, den Sie nicht bezahlen und trotzdem kontrollieren sollten.

Dasselbe gilt für Innungen und Fachverbände. Wer dort gelistet ist, taucht in genau den Zusammenhängen auf, in denen ein Kunde nach Qualifikation sucht — und nicht nach dem billigsten Angebot. Prüfen Sie einmal im Jahr, ob dort Ihre aktuelle Website steht. Erstaunlich viele Verbandsprofile verlinken noch auf eine Domain, die es seit dem letzten Relaunch nicht mehr gibt.

Was kostet ein Branchenbuch-Eintrag?

Die kostenlosen Einträge oben kosten Sie Zeit, nicht Geld: Rechnen Sie mit zwei bis drei Stunden für alle zusammen, wenn Sie Firmendaten, Logo und ein paar Fotos vorher in einem Ordner sammeln.

Kostenpflichtige Verzeichnisse bewegen sich nach meiner Erfahrung aus Kundenprojekten grob zwischen 20 und 80 € im Monat, meist mit Mindestlaufzeit von einem oder zwei Jahren. Das ist ein Erfahrungswert und keine Marktstatistik — die Preise unterscheiden sich stark nach Region, Gewerk und Verhandlung. Verglichen wird das am besten mit dem, was dasselbe Geld an anderer Stelle bewirkt: 50 € im Monat sind über zwei Jahre 1.200 € und damit die Größenordnung, in der eine ordentliche eigene Website liegt, die Ihnen anschließend gehört.

Ein Branchenbuch-Eintrag ist eine Miete. Eine Website ist ein Anlagegut. Bei sonst gleicher Wirkung gewinnt das Anlagegut.

„Ihr Eintrag läuft aus" — was hinter solchen Anrufen steckt

Fast jeder Betrieb kennt diesen Anruf. Am Telefon ist jemand freundlich, hat es eilig, spricht von einem bestehenden Eintrag, einer Verlängerung, einer Korrektur der Daten. Häufig wird ein Fax oder eine Mail angekündigt, die „nur noch kurz bestätigt" werden muss.

Hier geht es nicht um Rechtsfragen — das kann und darf ich nicht beurteilen. Es geht um ein Muster, das Sie im Betrieb erkennen können, bevor etwas unterschrieben ist.

Woran Sie das Muster erkennen

  • Der Anrufer nennt keinen Firmennamen, den Sie kennen, sondern spricht allgemein von „Ihrem Eintrag".
  • Es entsteht Zeitdruck: heute noch, sonst verfällt etwas.
  • Es klingt nach Bestätigung bestehender Daten, nicht nach einem neuen Vertrag.
  • Angerufen wird oft mittags oder nach Feierabend, wenn eine Aushilfe oder ein Azubi ans Telefon geht.
  • Ein schriftliches Angebot mit Preis, Laufzeit und Leistung kommt erst, wenn Sie ausdrücklich darauf bestehen.

Was Ihr Betrieb prüfen sollte, bevor jemand unterschreibt

  • Wer darf hier überhaupt unterschreiben? Legen Sie im Betrieb einmal fest, dass Verträge ausschließlich über die Geschäftsführung laufen. Das ist der wirksamste einzelne Schritt.
  • Laufzeit und Verlängerung. Wie lange läuft der Vertrag, verlängert er sich automatisch, und bis wann muss gekündigt werden?
  • Was ist die Leistung konkret? Ein Eintrag in welchem Verzeichnis, unter welcher Adresse im Netz, mit Link auf Ihre Website oder ohne?
  • Welche Zahlen bekommen Sie? Ein seriöses Angebot kann sagen, wie oft ein Eintrag im Jahr aufgerufen wurde.
  • Gibt es das Verzeichnis wirklich? Rufen Sie die genannte Adresse selbst im Browser auf und suchen Sie dort nach einem Wettbewerber aus Ihrem Ort.

Und die einfachste Regel: Am Telefon wird nichts zugesagt. „Schicken Sie mir das bitte schriftlich" beendet jedes dieser Gespräche höflich und folgenlos. Wenn doch etwas unterschrieben wurde und Sie sich unsicher sind, fragen Sie Ihre Handwerkskammer — viele Kammern beraten ihre Mitglieder genau zu solchen Fällen.

Wie prüfen Sie, ob ein Eintrag Besucher bringt?

Sie müssen dafür kein Analyse-Werkzeug beherrschen. Drei Wege reichen:

  1. Fragen Sie den Kunden. „Wie sind Sie auf uns gekommen?" bei der Terminvergabe notiert, drei Monate lang. Danach wissen Sie mehr als jedes Dashboard.
  2. Schauen Sie in die Verweise. In jeder Website-Statistik gibt es eine Liste, welche Seiten Besucher geschickt haben. Taucht das Verzeichnis dort in einem Quartal nicht auf, hat es niemanden geschickt.
  3. Vergeben Sie eine eigene Kennung. Wenn der Anbieter einen Link auf Ihre Website erlaubt, hängen Sie ?quelle=verzeichnis an. Dann sehen Sie es in der Statistik eindeutig.

Kündigen Sie danach ohne schlechtes Gewissen, was nichts geliefert hat. Ein Verzeichnis, das in einem Jahr keinen einzigen Besucher schickt, wird es im zweiten auch nicht tun.

Branchenbuch oder Handwerkerportal — wo liegt der Unterschied?

Das wird oft in einen Topf geworfen, ist aber zweierlei. Ein Verzeichnis listet Ihren Betrieb; ein Vermittlungsportal verkauft Ihnen Anfragen — pro Kontakt, pro Auftrag oder als Pauschale. Handwerkerportale sind damit ein Vertriebskanal mit eigener Kalkulation, kein Sichtbarkeitsthema. Ob und wann sich das rechnet, steht im Ratgeber Aufträge finden im Handwerk.

Beide haben denselben Haken: Sie mieten Sichtbarkeit auf fremdem Grund. Am Tag der Kündigung ist sie weg. Was bleibt, sind Ihr Google-Unternehmensprofil und Ihre eigene Website — und deshalb gehört das Geld zuerst dorthin. Welche Bausteine dabei zusammenspielen, ordnet der Ratgeber SEO für Handwerker ein.

Die Reihenfolge, die sich lohnt

  1. Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen und aktuell halten.
  2. Eigene Website mit Leistungen, Einzugsgebiet und identischen Betriebsdaten.
  3. Kammer-, Innungs- und kommunale Verzeichnisse prüfen und korrigieren.
  4. Alte, falsche Einträge aufspüren und berichtigen lassen.
  5. Erst danach über bezahlte Einträge nachdenken — mit Messung und Kündigungstermin im Kalender.

Ob Ihre Website diesen Platz an der Spitze der Liste überhaupt ausfüllt, sagt Ihnen der kostenlose Website-Check in zwei Minuten: Ladezeit, Handy-Tauglichkeit, Auffindbarkeit, Pflichtangaben.

Hinter diesem Ratgeber steht ASR Webdesign — Nikola, Webdesigner aus Wuppertal. Ich baue Websites für Handwerksbetriebe zum Festpreis zwischen 1.490 und 3.990 € netto, in der Regel 14 Tage bis online.

Häufige Fragen zum Branchenbuch-Eintrag

Was kostet ein Branchenbuch-Eintrag?

Die wichtigen Einträge kosten nichts: Google-Unternehmensprofil, Handwerkskammer, Innung und kommunale Verzeichnisse sind kostenlos. Kostenpflichtige Verzeichnisse liegen nach meiner Erfahrung meist zwischen 20 und 80 € im Monat, häufig mit ein bis zwei Jahren Mindestlaufzeit. Vor der Unterschrift sollten Laufzeit, Kündigungsfrist und die Zahlen zu Aufrufen schriftlich vorliegen.

Bringt ein Eintrag in den Gelben Seiten heute noch etwas?

Als Quelle für Anfragen kaum noch — Kunden suchen in aller Regel direkt bei Google. Als Datenpunkt kann ein solcher Eintrag weiterhin sinnvoll sein, sofern er kostenlos ist und Ihre Betriebsdaten dort korrekt und identisch zur Website stehen. Für einen kostenpflichtigen Tarif sollten Sie konkrete Aufrufzahlen verlangen.

Ist ein Branchenbuch-Eintrag für Handwerksbetriebe Pflicht?

Nein. Kein Verzeichniseintrag im Netz ist gesetzlich vorgeschrieben. Pflichten bestehen gegenüber der Handwerkskammer über die Eintragung in die Handwerksrolle und gegenüber Ihren Website-Besuchern über Impressum und Datenschutzerklärung. Alles andere ist eine reine Marketing-Entscheidung.

Wie finde ich alte Einträge meines Betriebs?

Suchen Sie bei Google nach Ihrem Firmennamen in Anführungszeichen, dann nach Ihrer Telefonnummer und zuletzt nach Ihrer alten Anschrift. Die ersten drei Ergebnisseiten zeigen die meisten Fundstellen. Notieren Sie jede Seite mit falschen Daten und nutzen Sie dort die Funktion zum Melden oder Bearbeiten des Eintrags.

Wie viele Verzeichniseinträge braucht ein Handwerksbetrieb?

Fünf bis zehn gepflegte Einträge reichen für die allermeisten Betriebe vollkommen aus. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern dass Name, Adresse und Telefonnummer überall identisch stehen. Hundert automatisch erzeugte Einträge mit uneinheitlichen Daten schaden mehr, als sie nutzen.

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